Willkommen in der Heimatstube Nedlitz e.V.
Willkommen in der Heimatstube Nedlitz e.V. 

Eine kleine Zeitreise durch die Geschichte Nedlitz

Um 600 n. Chr. – Die Anfänge

Etwa um das Jahr 600 nach Christus entstand Nedlitz als slawische Siedlung im Gau Morzane. Der Ortskern zeigt bis heute typische Merkmale eines slawischen Rundlings – eine Dorfstruktur, die die ältesten Wurzeln unserer Gemeinde widerspiegelt.

 

963 – Erste urkundliche Erwähnung

Am 17. April 963 wurde Nedlitz – damals „Nedialesci“ genannt – erstmals in einer Schenkungsurkunde von Kaiser Otto I. erwähnt. Mit dieser Urkunde übergab der Kaiser mehrere Dörfer, darunter Nedlitz, an das Mauritiuskloster in Magdeburg. Es war die Zeit der Christianisierung Ostelbiens und der Beginn der schriftlich belegten Geschichte unseres Dorfes.

 

1140–1160 – Bau der Kirche

Zwischen 1140 und 1160 entstand die Nedlitzer Kirche aus Granitfindlingen. Sie zählt zu den ersten rein romanischen Kirchen im ostelbischen Raum – ein beeindruckendes Bauwerk, das bis heute das Dorfbild prägt.

 

1161 – Die „strata publica“

Bereits 1161 wird die durch Nedlitz führende Heer- und Handelsstraße von Magdeburg nach Brandenburg urkundlich erwähnt – die „strata publica“. Sie brachte Handel und Wohlstand, aber auch Gefahren und Kriegszüge. Ein Segen und ein Fluch zugleich für die Entwicklung von Nedlitz.

 

12.–13. Jahrhundert – Konflikte und Neubesiedlung

Bis Ende des 12. Jahrhunderts kam es immer wieder zu Kämpfen zwischen deutschen und polnischen Herrschern um Macht und Glauben in Ostelbien. Nach diesen kriegerischen Zeiten begann zwischen 1200 und 1300 eine neue Besiedlungswelle: Menschen aus Deutschland und Flandern kamen in die Region, um verlassene Gebiete wieder zu beleben.

 

Mittelalter – Leben unter dem Erzstift Magdeburg

Als Eigentum des Erzstifts Magdeburg überstand Nedlitz trotz harter Winter, Krankheiten und Missernten viele Krisen. Für besondere Verdienste wurde das Dorf immer wieder an Lehnsherren übergeben, die das Leben der Bewohner bestimmten. Die Kirchengemeinde Nedlitz war Mutterkirche und betreute auch das nahegelegene Büden.

 

1525–1735 – Adelsfamilien und Gutsherren

Über Jahrhunderte prägten verschiedene Adelsfamilien das Dorf:

  • von Hoppekorf (1525–1616)

  • von Spitznas (1616–1681)

  • von Hake (1695–1735)

1616 verkaufte Otto von Hoppekorf seinen Rittersitz Nedlitz samt Dorf, Grund, Vieh und Gebäuden für 34 800 Taler an Wolfgang von Spitznas. In der Nedlitzer Kirche erinnern noch heute gut erhaltene Grabplatten an vier Generationen der Familie von Hoppekorf.

 

1618–1648 – Der Dreißigjährige Krieg

Der Krieg brachte Zerstörung und Leid. 1642 war Nedlitz völlig niedergebrannt – nur die Mauern der Kirche blieben stehen. Die Einwohner flohen oder kamen ums Leben, während das nahe Büden nur teilweise zerstört wurde. Erst die Familie von Spitznas begann danach mit dem mühsamen Wiederaufbau von Dorf, Kirche, Pfarrhaus und Schule.

 

1735 – Im Besitz der preußischen Krone

Nach der Familie von Hake ging das Rittergut Nedlitz 1735 in den Besitz der preußischen Königsfamilie über. Es blieb bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs königliches Eigentum.

 

18.–20. Jahrhundert – Landwirtschaft als Lebensgrundlage

Über Jahrhunderte war die Landwirtschaft die wichtigste Einnahmequelle der Gemeinde. Die Gemarkung umfasste rund 1 017 Hektar Nutzfläche mit einer durchschnittlichen Ackerzahl von 59. Viele Familien lebten von Ackerbau und Viehzucht – ein Leben, das vom Rhythmus der Natur bestimmt war.

 

Ab 1990 – Neubeginn nach der Wiedervereinigung

Mit der deutschen Wiedervereinigung begann auch für Nedlitz ein neuer Abschnitt. Neue Eigenheime entstanden, die Kindertagesstätte „Gänseblümchen“ wurde eröffnet, die Nicolai-Kirche grundlegend saniert. Ein modernes Feuerwehr- und Bürgerhaus, ein neuer Sportplatz sowie eine Gedenkstätte für die Opfer der Franzosenzeit (1806–1815) kamen hinzu.

 

Seit 1995 werden regelmäßig Dorffeste und kulturelle Begegnungen veranstaltet – lebendige Traditionen, die das Miteinander im Dorf stärken und zeigen: Nedlitz blickt stolz auf seine Geschichte, aber auch zuversichtlich in die Zukunft.